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Das 20. Jahrhundert unter Denkmalschutz? – BSA/FAS

Vorwort: Junge Denkmäler brauchen Pflege

Denkmalschutz in Zeiten des Wachstums erscheint essentiell als Schutz des Alten vor dem Neuen, das sich mit Druck Bahn bricht und unsere Lebenswelt neu formt. Das bauliche Erbe lässt uns erleben, was einmal war, was für Ideen und Werte in ihm zum Ausdruck kamen. Das ist nichts weniger als Baukultur.

Ludovica Molo

Neben dem ökonomischen Faktor des Wachstums wirken sich neue gesellschaftliche Ansprüche auf das Bauen und damit den Denkmalschutz aus. Die seit 2014 in der Bundesverfassung verankerte bauliche Entwicklung nach Innen sowie kontinuierlich erweiterte Energieeffizienzziele bedeuten einen Eingriff in den Bestand. Gerade unsere Bauten aus der Nachkriegszeit sind aber noch immer genutzte Zeugen aus einer historisch bedeutsamen Phase, als die Schweiz zu der Wirtschaftsmacht heranwuchs, die sie heute ist.

Direkt an der Seebucht von Luzern gelegen bot das Hotel Schweizerhof – selbst ein denkmalgeschützter Zeitzeuge – einen passenden Rahmen für die Chefbeamtentagung am 16. September 2016. (Bild: schweizerhof-luzern.ch)

Nur ein behutsames Vorgehen kann deshalb im Mittelpunkt aller Anstrengungen stehen. Dies bedingt wiederum ein gemeinsames Ringen um Interessen zwischen Behörden, Architektinnen und Architekten, Eigentümerschaften und Bauindustrie. In dem Sinne diente die Chefbeamtentagung des BSA im September 2016 als offenes Gefäss, das eine Verknüpfung der verschiedenen Ansprüche ermöglichte, ganz im Geiste eines Ausgleichs im stetigen Dialog.

Die vorliegende Publikation destilliert die reichhaltigen Ergebnisse der Tagung in einer handlichen Broschüre. Sie bündelt Beispiele aus verschiedenen Regionen der Schweiz und dient als praxisnahe Leitschnur für alle Beteiligten in dem anspruchsvollen Prozess. Doch damit nicht genug. Die Dokumentation der Tagung ist in einen Mantel eingebettet. Er beinhaltet eine Presseschau, die die wichtigsten Schlaglichter zur Debatte versammelt. Darin zeigt sich: Das Thema der jungen Denkmäler wird uns auch in Zukunft noch stark beschäftigen.